Traumwerkstatt

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Sind Träume Schäume?

Die neuere Gehirnforschung weist Träume als emotionales Geschehen nach, das ubiquitär und von großer Bedeutung für unsere seelische Gesundheit ist.

C. G. Jung sprach von der "kompensatorischen Funktion der Träume": Träume können einen Ausgleich aufzeigen bei zu einseitiger bewusster Einstellung, die das seelische Gleichgewicht gefährdet. Träume warnen vor einer Fehlhaltung, indem sie uns diese überzeichnet - manchmal humorvoll karikierend - vor Augen führen. Sie weisen auf ungenutzte Fähigkeiten, auf Verdrängtes, auf unsere Ängste, unsere Schattenseiten, auf Möglichkeiten und manchmal auch auf sich ankündigende Ereignisse in der Zukunft hin, die das Unbewusste schon ahnend aufnimmt. Große Entdeckungen der Chemie und Physik zeigten sich im Schlaf, im Traum.

Träume wollen gehört und wahrgenommen werden. Sie rufen auf zu einer bewussten Auseinandersetzung mit sich selbst.

Woher kommen die Träume?

Jung spricht von dem persönlichen Unbewussten, in dem alles Verdrängte liegt, und von dem kollektiven Unbewussten, dem gemeinsamen Urgrund, aus dem wir stammen, der die ganze Menschheit verbindet. Dort liegen die Keime für Urbilder menschlichen Verhaltens, ohne die eine Verständigung von Mensch zu Mensch, von Nation zu Nation, von Kultur zu Kultur nicht möglich wäre. Jeder Mensch hat ein inneres Bild z.B. von Mutter, Vater, Schwester, Bruder, der weisen Alten, dem Helden.

Diese Urbilder Jung nennt sie "Archetypen" tauchen jeweils kulturell geprägt als Symbole im Bewusstsein der Menschen auf. Es sind Bausteine, aus denen Religionen, Mythen, Märchen und Träume entstehen.

Der Traum tritt also aus der Tiefe des Unbewussten, des persönlichen  oder bei großen Träumen auch des kollektiven Unbewussten in unser bewusstes Leben, verbindet sich mit ihm in dieser ausschließlich inneren Wahrnehmung unabhängig vom Außen. Symbole im Traum sind Ausdruck des schöpferischen Selbst. Das Selbst ist unser innerster, unveränderlicher und all unsere Möglichkeiten enthaltender Kern, der viel umfassender ist als das begrenzte Ich. Im Selbst sind wir die, als die wir gedacht sind.

Im Traum sind wir Autor, Regisseur, Schöpfer des Bühnenbildes, Schauspieler, Zuschauer, Kritiker – ein Ensemble aller kreativen Möglichkeiten in uns. Sie helfen uns, den Dreh- und Angelpunkt zu finden, der uns eine veränderte Richtung, einen neuen Weg aufzeigt zur Lösung der Fragen, die uns bewegen.

Träume sind also Wegweiser zu uns selbst, Entwicklungshelfer für unser kleines, begrenztes, störanfälliges Ich, das die Ursache unserer Leiden ist, das wachsen, stärker werden und sich dem annähern soll, was wir im Kern, im Selbst sind.

In der Gruppenarbeit nähern wir uns - im Kontext des aktuellen Lebens des Träumers - dem Sinn des Traumes und dem Verständnis der darin enthaltenen Symbolik. So kann sich seine Wirkung im Leben entfalten als Markstein, als Wegweiser, als Quelle neuer Möglichkeiten und als Wachstumsimpuls.

Es handelt sich in dieser Arbeit nicht um eine Therapie.
Eine notwendige Therapie kann durch sie nicht ersetzt werden.

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Dr. med.
Rosemarie Basting

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